Dialog im Dunkeln

Neulich im Urlaub am Bodensee fand ich im Hotelbett neben der kleinen süßen Begrüßungsaufmerksamkeit ein zusammen gerolltes Blatt Papier.

Es war mit folgenden Worten an mich gerichtet:

„Lieber Gast,

für einen besinnlichen Tagesausklang hier noch eine kleine Gute-Nacht-Geschichte.“

Und diese möchte ich mit dir teilen. Sie geht so:

Dialog im Dunkeln

Den ganzen Tag hatten Richard und seine Tochter Lea zusammen verbracht. Morgens Brötchen und die Zeitung gekauft, dann Tee gekocht und Äpfel und Bananen für das Müsli klein geschnippelt.

Danach die Kiste mit dem Spielzeug aus dem Schrank geholt und eine riesige Playmobil-Landschaft in Leas Zimmer errichtet. Später zum Mittagessen gab es die beliebten Nudeln mit Pesto und am Nachmittag fuhren die beiden mit dem Bus in die Stadt. Klar, dass Lea am Würstchenstand eine Bratwurst bekam und eine große Limonade. Schließlich war so ein Stadtbummel ganz schön anstrengend für ein Kind, gerade mal 6 Jahre alt.

Als Lea abends hundemüde ins Bett fiel, bestand sie nicht mehr wie sonst darauf, noch eine kleine Geschichte vorgelesen zu bekommen, sondern bar Richard, das Licht auszuschalten und noch ein wenig mit ihr zu kuscheln. Als sie ihre Arme ganz fest um seinen Hals gelegt hatte, flüsterte er ihr ins Ohr: „Ich bin sehr dankbar, eine so süße Tochter wie Dich zu haben“, worauf Lea ohne zu zögern leise entgegnete: „Sag das lieber mal der Mami“. Richard war irritiert: „Warum das denn?“. Die Antwort kam prompt: „Na, sie hat mich doch zur Welt gebracht.“

„Das stimmt“, sagte Richard, gab seiner Tochter einen zärtlichen Kuss und zog nachdenklich die Tür zu.

(Pit Heinz)

Euer Sportsuchti – Chris
Bleib fit – oder werde es 🙂